Kinostart Deutschland: 12. Januar 2012
Genre: Thriller
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 158 Minuten
Produktionsjahr: 2011
Regie: David Fincher
Darsteller: Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright, Stellan Skarsgård, Christopher Plummer
OT: The Girl with the Dragon Tattoo (2011)
“Verblendung” ist die US-Neuverfilmung des gleichnamigen Romans, dem ersten Teil der “Millennium”-Trilogie von Stieg Larsson. Im Mittelpunkt steht die Geschichte um den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist (Daniel Craig), der das Geheimnis um die verschwundene Harriet Vanger auflösen soll. Diese wurde vor vielen Jahren entführt, doch ihr Onkel Henrik Vanger erhält seitdem jedes Jahr eine getrocknete Blume zum Geburtstag: eben jenes Geschenk, das er seinerzeit auch von Harriet bekam. Gemeinsam mit seiner Hacker-Kollegin Lisbeth Salander (Rooney Mara) nimmt Mikael Blomkvist die Ermittlungen auf und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur.
Meine Meinung: Manchmal ist es vielleicht doch besser die Bücher vorher nicht gelesen zu haben, denn dann geht man viel unvoreingenommener und freier in den Film. Und die neue Verfilmung von “Verblendung” hat mir erstaunlich gut gefallen. Ich kann zwar nicht sagen, welche der beiden Filme besser war, aber sehenswert ist er allemal. Der Vorspann fiel für meinen Geschmack etwas aus dem Rahmen, eher wie ein James Bond Film, toll gemacht, passt aber gar nicht zum Film.
Daniel Craig und Stellan Skarsgard, aber auch Christopher Plummer passen ausgezeichnet in ihre Rollen. Rooney Mara hat mir auch gut gefallen, der Vergleich zu Noomi Rapace endet bei mir mit einem Unentschieden. Sie hat es natürlich überhaupt nicht leicht. Nicht nur das Noomi Rapace schon vorher eine ganz starke Lisbeth Salander geboten hat, nein Mara hat auch ihre erste Hauptrolle in so einem Blockbuster. Lisbeth Salander ist eine äuserst schwer zu spielende Person. So viele Macken, Ecken und Kanten. So viele Eigenschaften, die zu berücksichtigen sind, um diese Person authentisch und glaubwürdig spielen zu können. Der Film ist natürlich ein sehr düsterer, zum Teil echt „kranker“ Film, da Lisbeth Salander alleine schon psychisch gestört ist und so aggressiv, dass man sich bei manchen Szenen einfach nur die Hand vor die Augen hält. Selbst vor Vergewaltigungen macht Fincher nicht halt, zeigt diese in ihrem vollen Umfang und Grausamkeit. Mord, Religion, Sex und eine Familie die so undurchsichtig ist, dass bis zum Schluss keine Chance besteht um hier irgendwie irgendetwas vorherzusehen (vorausgesetzt man kennt weder Buch, noch Origalfilm!).
Bis auf den Schlussteil unterscheidet sich die Neuauflage tatsächlich wenig vom schwedischen Original. Ohne hier etwas zu verraten, kann man sagen, dass sich am Ende einiges ändert und man an dieser Stelle nicht mehr von einer Neuinszenierung, sondern von einer eigenen Interpretation sprechen kann. Eine Fortsetzung ist möglich, wird aber im Film nur ansatzweise angedeutet. Für Leute die überhaupt noch nicht mit der Original-Trilogie in Berührung kamen, ist dieses Remake sicherlich großartige und spannende Kino-Unterhaltung.
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