[Rezension] Philip Pullman – Der Goldene Kompass

Der 1. Satz:

“An die Wand gedrückt und von der Küche aus nicht zu sehen, schlichen Lyra und ihr Dæmon durch den dämmrigen Speisesaal.”

Kurzbeschreibung: In einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist, lebt das Mädchen Lyra. Wie jeder Mensch hat es einen Dæmon, eine Art zweites Ich, von dem es sich nie trennen würde. Doch immer wieder verschwinden Kinder aus der Gegend, und man hört grässliche Geschichten: Die Entführer entreißen diesen Kindern ihren Dæmon! Lyra macht sich auf in den Norden, um ihren Freund Roger zu retten. Auf ihrer Reise trifft sie gefährliche Panzereisbären und fliegende Hexen und findet schließlich hinter dem Polarlicht eine ganz neue Welt.

Meine Meinung: “Der goldene Kompass” ist der erste Teil der “His Dark Materials”-Trilogie von Philip Pullman und gehört zu den aussergewöhnlichen Fantasy-Werken. Der titelgebende „Goldene Kompass“ ist ein Alethiometer, ein Instrument, das dem Menschen, der es lesen kann – darunter auch Lyra -, immer die Wahrheit sagt. Dieses Buch ist kein Kinderbuch: Die ganzen politischen und religiösen Ränkespiele, das eigentliche Problem, das es zu lösen gilt, die Brutalität, damit kann wohl kein Kind umgehen.

Ich habe den Film zuerst gesehen, von der Trilogie habe ich danach erst gehört. Im Vergleich zum Kinofilm war ich von Pullmans Romanvorlage in der Hinsicht absolut positiv überrascht, daß sowohl der Handlungsaufbau als auch die Beziehungen zwischen den handelnden Figuren einer konsequenten Logik folgen; schade, daß im Film soviele wichtige Zusammenhänge völlig verdreht oder ausgelassen wurden und obendrein die Handlung dort mit überflüssigem Kitsch aufgebauscht wurde !

Das Buch ist sehr schön geschrieben, flüssig zu lesen und immer für eine Überraschung zu haben. Der Leser reist gemeinsam mit Lyra in ein Abenteuer, von dem er ebenso wenig weiß wie sie. Ich habe Lyra gerne begleitet, ihre Spannung und ihr Entsetzen geteilt, ihre Aufregung und ihre Freude am Unbekannten. Ein Buch, das ich bedenkenlos weiterempfehlen kann. Das Ende ist ein “Cliffhanger” und man muss sofort den zweiten Band (“Das magische Messer”) lesen, wenn man weiter erfahren will, was Lyra in der fremden Welt alles widerfährt. Wird sie je den Panzerbären Iorek Byrnison, den Aeronauten Lee Scoresby, die fliegende Hexe Serafina Pekkala und die Gypter John Faa und Farder Coram wiedersehen?

5sterne

der goldene kompass

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One Response to [Rezension] Philip Pullman – Der Goldene Kompass

  1. Lila Weisz says:

    Zitat:
    Dieses Buch ist kein Kinderbuch: Die ganzen politischen und religiösen Ränkespiele, das eigentliche Problem, das es zu lösen gilt, die Brutalität, damit kann wohl kein Kind umgehen.

    Das Buch richtet sich wohl an eine Zielgruppe +/- 10 Jahre, das passt mMn schon ganz gut. Mal ehrlich: In der 2. Klasse Volksschule habe ich Sachen gelesen wie “Die Schatzinsel” und “Robin Hood” – das war wesentlich brutaler, wenn auch einfacher gestrickt. Kleinen Kindern von 2 oder 3 Jahren liest man doch auch Sachen wie den Strubelpeter und Wilhelm Busch vor (und die Kinder kringeln sich vor Lachen, wenn Fips der Affe dem politisch komplett unkorrekten “Neger” den Nasenring rausreißt). Das hat Generationen von Kindern nicht geschadet. Im Vergleich steht wohl außer Frage, dass “der goldene Kompass” ein Kinderbuch ist ;o)

    Liebe Grüße,
    Lila

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