Originaltitel: Deep Storm (2007)Verlag: rororo (1. Februar 2010) Genre: Thriller Seiten: 464 ISBN: 978-3499245992
Kurzbeschreibung: Als der ehemalige Marinearzt Peter Crane auf die Bohrinsel Storm King beordert wird, ahnt er noch nicht, was ihn dort erwartet. Kurz nach seiner Ankunft stellt sich heraus, dass die Plattform nur Tarnung für ein geheimes Forschungsunternehmen ist: Man vermutet, in der Gesteinsschicht unter dem Meeresboden auf Überreste von Atlantis gestoßen zu sein. Fieberhaft forscht die amerikanische Regierung in einem riesigen unterseeischen Labor. Doch zum Schrecken aller erkranken Tag für Tag Besatzungsmitglieder an mysteriösen Leiden. Angst breitet sich aus. Dr. Peter Crane ist ratlos. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Krankheiten und den unglaublichen Entdeckungen in der Tiefe? Lauert dort unten eine Gefahr, die die Menschheit vernichten kann? Die Wissenschaftler warnen vor weiteren Bohrungen, doch die Machtgier des Militärs wächst. Das Unternehmen »Deep Storm« droht, außer Kontrolle zu geraten …
Der 1. Satz:
Man muss schon eine ganz bestimmte Art Mann sein, um auf einer Bohrinsel zu arbeiten, dachte Kevin Lindengood.
Meine Meinung: Lincoln Child steht für faszinierende Thriller an der Grenze von Wissenschaft und Mystery, die er meist zusammen mit seinem Autorenfreund Douglas Preston verfasst. Auch solo gelingt ihm das hervorragend. Diesmal wird die Grenze zur Science-Fiction berührt. Wieder einmal schafft es Lincoln Child mich in seinen Bann zu ziehen. Die Story ist fesselnd und spannend erzählt, geht von einer hervorragenden Grundidee aus, ist atmosphärisch dicht und wissenschaftlich äußerst genau recherchiert. Man bekommt als Leser einen kleinen Grundkurs in Medizin, Geologie und Physik noch dazu.
Die Charaktere an sich sind eher dünn und oberflächlich gehalten: wie in actionlastigen Thrillern üblich sind die Figuren eindimensional und klischeehaft. Zum Beispiel: Die Soldaten sind kurz angebunden, haben kantige Gesichter, abgehackte Redeweisen, sind übermisstrauisch, gegen jeden Zivilisten voreingenommen und chronisch schlecht gelaunt. Die Ärzte gut und weise, friedliebend und sanft. Nur am Wohl der Menschheit interessiert und überaus kooperativ. Das Militär ist gierig nach neuen Technologien, um die Vormachtstellung in der Welt zu behalten, koste es was es wolle. Aber das hat mich eigentlich gar nicht so gestört, ich fühlte mich absolut gut unterhalten.
“Wächter der Tiefe” ist trotz allem ein hochspannender Thriller, der auf äußerst faszinierende Art zunächst mit dem vermeintlichen Phänomen Atlantis spielt und dann später eine noch verwirrendere und ungewöhnlichere Wendung nimmt. Auch wenn es einige Logikfehler gibt, ist er durchaus allen Lincoln Child Fans zu empfehlen.
![]()
Possibly Related Posts:
- [Rezension] Stephen King – Der Anschlag
- [Rezension] Arne Dahl – Böses Blut
- [Rezension] Joe Hill – Teufelszeug
- [Kurzrezension] J. J. Bidell – Im Schatten des Mondlichts: Das Erwachen
- [Rezension] Nancy Baker – Die Nacht in mir




