[Rezension] Christoph Marzi – Lumen

Leseprobe
Verlag: Heyne Verlag, (2. Oktober 2006)
Genre: Fantasy (Reihe: Die uralte Metropole, Teil 3)
Seiten: 804
ISBN: 978-3453810815

Klappentext: Mysteriöse Gestalten huschen durch die Winternacht, Menschen verschwinden vom Angesicht der Erde und fremde Nebel suchen die Stadt der Schornsteine heim. Erneut muss das Waisenmädchen Emily, begleitet von ihrem Mentor, dem mürrischen Alchemisten Wittgenstein, in die geheimnisvolle Welt unterhalb Londons hinabsteigen und der Spur eines dunklen Rätsels folgen. Alle Zeichen deuten nach Prag, der düsteren Stadt mit dem Tor zur Hölle. Doch bevor Emily ihre Geschichte beenden kann, trifft der gefallene Engel Lycidas eine schicksalhafte Entscheidung, glaubt Emilys Freundin Aurora, Tote zu sehen, und muss Emily selbst einen gefährlichen Weg gehen, um die zu retten, die sie liebt …

Der 1. Satz:

Die Welt ist gierig, und manchmal umschließen Nebel unsere Herzen, bis wir uns nicht einmal mehr daran erinnern können, wann unsere Träume zu sterben begannen.

Meine Meinung: Nach “Lycidas” und “Lilith” geht die Geschichte um das Waisenmädchen Emily Laing und ihren Gefährten märchenhaft weiter. “Lumen” ist die perfekte Weiterführung der Reihe um die Uralte Metropole und wieder sehr fesselnd. Fantasie und Realität verschmelzen miteinander und die Charaktere überzeugen durch ihre Menschlichkeit. Und endlich erfährt  man etwas über Wittgenstein`s Vergangenheit und was hinter den geheimnisvollen Black Friars steckt: darauf musste man schließlich 2 Bände lang warten. Überraschend vielseitig und mitreißend ist dieser Wälzer mit seinen 800 Seiten, den man gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Außerdem wird der Leser mal wieder überrascht, denn alte Feinde werden Freunde und ein alter Freund ist der eigentliche Feind.

Das Buch ist, wie auch die anderen beiden, wunderbar geschrieben, denn Marzi hat einen unglaublich schönen Schreibstil. Deutsche Sprache in Perfektion, kann ich da nur sagen. Sein Stil ist einzigartig und individuell, eine Folge von knappen, frischen Monologen, vollgepackt mit amüsantem Sarkasmus, und wunderbarer Poesie, bei der einem das Herz aufgeht. Ab und zu war es mir dann aber doch ein wenig zu schmalzig und viele Sätze und Aussagen wurden mir zu oft wiederholt, wie z.B. Die Welt ist gierig…

Es ist überaus hilfreich die beiden vorhergehenden Bücher gelesen zu haben, da es sonst zwar nicht unmöglich, aber doch recht schwierig sein wird die komplexe Handlung richtig einzuordnen und das Buch mit Genuß lesen zu können. Ich denke, “Lumen” ist mehr oder weniger als großes Finale angelegt oder zumindest angedacht gewesen, denn inzwischen gibt es einen vierten Teil. Es tauchen viele längst vergessene Figuren wieder auf und der Plot läuft auf seinen absoluten Höhepunkt hinaus.

Das Buch ist düster, melancholisch, traurig, aber auch mit Witz und viel Liebe versehen. Es macht einfach Spaß es zu lesen und man legt es erst aus der Hand wenn man fertig ist.


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