Originaltitel: 1984
Verlag: Ullstein (1. Juli 2006)
Genre: Roman
Taschenbuch: 384 Seiten
ISBN: 978-3548234106
Inhalt: Der Zukunftsroman 1984 beschreibt einen totalitären Staat, in dem die Menschenrechte rigoros eingeschränkt werden. Die Welt wird beherrscht von drei Supermächten: Ozeanien, Eurasien und Ostasien, die permanent Krieg führen. Auf britischem Boden hält die Elite des Staates die Bevölkerung in ständiger Angst. An der Spitze dieses totalitären Systems steht ein fiktiver Führer, der »Große Bruder«.
Winston Smith, die Hauptperson, ist in London damit beschäftigt, im “Ministerium für Wahrheit” Zeitungsberichte zu fälschen, um so falsche Prognosen der Partei zu korrigieren oder von der Partei aus politischen Gründen getötete Personen aus der Geschichte zu streichen. Obwohl Smith für die Partei arbeitet, ist er in seinem Inneren ein Gegner des Systems und versucht mit der legendären Bruderschaft, einer Untergrundbewegung, in Verbindung zu treten.
Eines Tages verliebt sich Smith in Julia. Da laut Parteiprogramm jedoch Sexualität nur zur Fortpflanzung dient, beginnt ein ständiges Versteckspiel. Durch einen Mittelsmann, O´Brien, meint Smith in Kontakt mit der Bruderschaft treten zu können. Dieser verrät ihn jedoch an die Partei, was zur Verhaftung der Liebenden führt. Smith wird nun mit den grausamen Mitteln und Methoden der Partei in seinem Innersten zerstört und einer erbarmungslosen Gehirnmanipulation sowie Umstrukturierung unterzogen. Er wird ein leeres Gefäß, das mit der Liebe zum »Großen Bruder« aufgefüllt wird. Nach der Umschulung der einstmals Liebenden empfinden sie nun nichts mehr füreinander.
Der 1. Satz:
Es war ein strahlend kalter Apriltag, und die Uhren schlugen dreizehn.
Meine Meinung: “Big Brother is watching you – Der Klassiker. Lange schon stand “1984″ in meinem SuB-Regal und so recht wollte ich mich an diesen Roman von George Orwell nicht heranwagen. Aber es ist wirklich ein lesenwertes Buch: es reißt dich mit in die Welt des Geschehens und lässt dich nicht mehr los.
Der Autor hat mit diesem Zukunftsroman eine ziemlich düstere Welt geschaffen. Mehr als einmal musste ich das Buch mit Gänsehaut zur Seite legen und mich beruhigen. Viel schlimmer als die wenigen brutalen Szenen war der alltägliche Horror, das ständige Überwachtwerden und das völlige Fehlen von Privatsphäre. Man stelle sich nur vor, jeden Morgen vom Televisor geweckt und zum Frühsport aufgefordert zu werden. Bei nachlässiger Ausführung der Gymnastikübungen kommt sofort der scharfe Tadel aus dem Gerät! Nie ist man wirklich alleine und auch in den Familien kann man sich nicht vertrauen, wenn man Angst haben muss, schon wegen seiner Gedanken verraten zu werden. Die Partei, der lange Arm des großen Bruders, überwacht alles. Sie sehen und hören alles, und wenn ihnen etwas oder jemand nicht passt – wird es ganz einfach geändert.
Die Vergangenheit als solche existiert nicht mehr, denn sie wird jeden Tag aufs Neue verändert, damit die Partei immer Recht hat und im Endeffekt nur Gutes für die Menschen getan hat. Auch Menschenleben können einfach ausgelöscht werden – somit hat es sie nie gegeben.
Obwohl George Orwell ja kaum voraussehen konnte, welche technischen Möglichkeiten durch die Entwicklung der Elektronik in unserer Zeit für die lückenlose Überwachung existieren, hat er eine Welt erschaffen, das 50 Jahre nach seiner Veröffentlichung realistischer denn je erscheint. Man denke nur an die unvorstellbaren Datenmengen, die im Internet über Benutzer gesammelt werden oder an GPS oder andere Arten der modernen Überwachung.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert: Es beginnt mit einem Bild des Alltags in einem totalitären Überwachungsstaat, der 2. Teil handelt von Winstons Weg in den inneren Widerstand und endet mit seiner Verhaftung durch die Gedankenpolizei und der letzte Teil beschreibt die Gefangenschaft Winstons, seine Folter und Umerziehung sowie das Geschehen nach seiner Freilassung.
Stellenweise ist der Roman nicht leicht zu lesen oder zu verstehen – besonders meine ich damit die Kapitel, die sich mit “dem Buch“ (die Feindesschrift gegen den großen Bruder und die Partei) befassen. Auch gibt es einige Längen, die ich, wie ich ehrlich zugeben muss, überblättert habe. Natürlich ist “1984″ ein absoluter Klassiker, und es hat mir gefallen, es zu lesen. Die Wut und der Hass, den man beim Lesen empfindet, sprudelt nur so aus einem heraus und man fragt sich, wie Menschen nur so gedankenlos und grausam sein können.
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