Originaltitel: Brother OddVerlag: Heyne Verlag (1. März 2010) Genre: Mysterythriller (Reihe: Odd Thomas, Band 3) Taschenbuch: 416 Seiten ISBN: 978-3453433090 Preis: 8,95 €
Leseprobe
Klappentext: Nach dem Tod seiner Lebensgefährtin und der blutigen Entführung seines besten Freundes fühlt sich Odd Thomas tödlich erschöpft. Er kann nicht mehr zu seinem einfachen Job als Schnellimbisskoch zurückkehren. Um endlich Ruhe zu finden, schließt er sich den Brüdern von St. Bartholomew an, einem einsamen, eingeschneiten Kloster in den Bergen. Doch schon bald holen ihn seine übersinnlichen Fähigkeiten wieder ein: Er sieht Bodachs auf dem Gelände, unheimliche Schattenwesen, die nur Odd wahrnehmen kann. Sie sammeln sich überall dort, wo menschliche Tragödien bevorstehen, denn sie nähren sich von Todesangst und Verzweiflung. Panisch sucht Odd nach Anzeichen der drohenden Gefahr. Besonders bang ist es ihm um die behinderten Kinder, die in einem der Klosterflügel gepflegt werden: Gerade sie werden von den Bodachs gierig umschwärmt. Da verschwindet einer der Brüder spurlos – und wird später bestialisch ermordet aufgefunden. Odd sammelt seine Freunde um sich und tritt dem Bösen entgegen. Der Kampf erscheint aussichtslos.
Der 1. Satz:
Umgeben von Gemäuer und in Schweigen gehüllt, saß ich an meinem hohen Fenster, während der dritte Tag der Woche in den vierten überging.
Meine Meinung: Da ich schon den ersten Band mit dem liebenswerten Odd Thomas gelesen habe, wußte ich schon in etwa, was mich hier erwartet. Der wirklich überaus sympathische und drollige Odd Thomas hat die Gabe die Toten zu sehen, die noch an unsere Welt gebunden sind. Neben den Toten sieht er auch andere Wesen, sogenannte Bodachs, welche immer dann auftauchen wenn eine Katastrophe kurz bevorsteht. So auch in “Schattennacht”, dem nun schon dritten Band über Odd Thomas. Anders als in den Vorgängern spielt sich die Geschichte diesmal nicht in Pico Mundo ab, sondern in einem Kloster. So lernt man neue Charaktere kennen, Nonnen (äusserst witzige Nonnen) und einige sehr facettenreiche Brüder. Wie nicht anders zu erwarten, findet Odd auch im Kloster nicht die gewünschte Ruhe, ein Bruder wird ermordet und dann tauchen auch schon die Bodachs auf. Mehr kann man nun schon nicht mehr verraten.
Das Buch ist wieder in der Ich-Form aus der Sicht von Odd Thomas erzählt. Er verfasst ein Manuskript, weil er damit die Geschehnisse besser verarbeiten kann. Der Schreibstil war angenehm leicht und flüssig, sehr kurzweilig, spannend und witzig. Odd Thomas hat mehr sarkastische Sprüche drauf als jeder andere. Die Dialoge zwischen ihm und dem mysteriösen, russischen Gast des Klosters sind sehr witzig und mehr als einmal habe ich das Buch niederlegen müssen um zu lachen. Wir leiden mit Odd, der zwar weiß, dass etwas Schreckliches passieren wird, der aber nicht weiß, was es ist und wann es passiert. Genau wie Odd macht der Leser sich Sorgen um die vielen behinderten Kinder, die in dem Kloster betreut werden.
Die Handlung an sich hat mich allerdings nicht so überzeugt, zu viel ins Detail geht man mit den physikalischen Erklärungen am Ende, bzw. der Laie verliert da schnell den Faden, spätestens als der Quantenschaum ins Spiel kommt, konnte ich der Sache nicht mehr ganz folgen. Die Auflösung des Rätsels ist nicht gerade grandios, weil man schon ziemlich früh weiß, was Sache ist, allerdings fand ich es trotzdem spannend. Man liest das Buch hauptsächlich wegen Odd, die nicht so starke Story war für mich eigentlich Nebensache. Das Buch ist gut erzählt, spannend und vor allem sehr witzig. Die beiden Vorgänger muss man nicht unbedingt gelesen haben um der Geschichte zu folgen.
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