Originaltitel: Poslednij dozor (The last Watch) (2006)Verlag: Heyne Verlag (2. April 2007) Genre: Fantasy (Reihe: Wächter Reihe, Band 4) Taschenbuch: 448 Seiten ISBN: 978-3453522558 Preis: 13,00 € Leseprobe
Kurzbeschreibung: Seit Menschengedenken gibt es die sogenannten “Anderen”: Vampire, Gestaltwandler, Hexen, Schwarzmagier. Unerkannt leben sie in unserer Mitte und sorgen dafür, dass das Gleichgewicht zwischen den Dunklen Anderen und den Lichten Anderen gewahrt bleibt. Zwei Organisationen, den “Wächtern der Nacht” und den “Wächtern des Tages” obliegt es, den vor langer Zeit geschlossenen Waffenstillstand, den “Großen Vertrag”, zu überwachen und jegliche Verstöße zu ahnden. Anton Gorodetzki, inzwischen zur Nummer Zwei in der Moskauer Stadtwache aufgestiegen, wird nach Schottland entsandt, um ein rätselhaftes Verbrechen aufzuklären. Die Spur führt zu einer Verschwörung Lichter und Dunkler Anderer, die sich des “Kranzes der Schöpfung” bemächtigen wollen, eines magischen Artefakts, das der Zauberer Merlin vor Jahrtausenden in der siebten und tiefsten Schicht des Zwielichts verborgen hat. Es verspricht Macht nicht nur über die Welt, sondern sogar über das Zwielicht. Doch in die siebte Schicht vorzudringen, ist die größte Herausforderung, der sich ein Anderer stellen kann.
Der 1. Satz:
Lächelnd sah Lera Viktor an.
Meine Meinung: “Wächter der Ewigkeit” ist der letzte Band der Wächter Reihe von Sergej Lukianenko und ist unterteilt in 3 Geschichten, die alle aus der Sicht des hohen Lichten Magiers Anton erzählt werden und dieses Mal grösstenteils ausserhalb Russlands spielen.
Geschichte 1: Die gemeinsame Sache
In Schottland wird ein junger Russe ermordet – ausgerechnet in einem Gruselbahn. Allen Hinweisen zufolge war der Mörder ein Vampir – deswegen fliegt Anton nach Edinburgh, um sich der Sache anzunehmen. Er trifft dort einen alten Vampirmeister, der sein Hotel an Andere vermietet, trifft auf Jegor wieder, der inzwischen zum Zirkusmagier geworden ist, und macht eine unangenehme Bekanntschaft mit Menschen, die anscheinend über magische Amulette verfügen.
Geschichte 2: Der gemeinsame Feind
Nach der Reise nach Schottland verschlägt es Anton nach Samarkand in Mittelasien, wo er den Anderen Rustam um Auskunft bitten muss. Rustam hatte nämlich den berühmten Grossen Anderen Merlin gekannt, der einen mächtigen Zauber erfunden hat – den „Kranz der Schöpfung“. Dieser soll alle Ebenen des Zwielichts zusammenführen können. Doch auch hier wird Anton von angeheuerten Banditen verfolgt.
Geschichte 3: Das gemeinsame Schicksal
Die mysteriösen Hintermänner hinter den Anschlägen entführen Anton wieder nach Schottland. Dort, in der Geisterbahn, liegt eine Passage, über den man auf tiefere Ebenen des Zwielichts steigen kann. Anton soll das Rätsel von Merlins Zauber lösen.
Diesmal sind wieder einige Charaktere aus den anderen Bücher dabei. So wie Arina die Hexe, Edgar der Inquisitor und sogar Jegor der 12-jährige Junge aus “Wächter der Nacht” (welcher nun 20 ist), und noch einige andere. Außerdem erfährt man noch mal etwas neues über das Zwielicht. Eine etwas kleine Rolle haben die Anführer der Wachen Geser und Sebulon. Eigentlich sind ihre Rollen sehr klein. Während sie in den vorigen Bücher noch die entscheidende Macht waren, sind sie dieses mal kaum von Bedeutung.
Im wesentlichen wird aber die Geschichte konsequent und logisch fort- und dem Ende zugeführt, und das in gewohnt spannender Weise, sodass man das Buch einfach nicht weglegen kann. Hier und da scheinen Witz und Ironie des Autors durch, was seinen Erzählstil ausmacht. Es macht Spass, den Roman zu lesen. Aber ich finde es schade, dass Lukianenko einige Figuren aus den vorhergegangenen Wächter-Romanen ein wenig unter den Teppich kehrt. Um Jegor wird noch zu Anfang viel Aufsehen erregt, später dann wird er mit keinem Wort mehr erwähnt.
Leider bleibt der letzte Teil ein wenig hinter den vorangehenden zurück, aber trotzdem gibt es von mir 5 Sterne, weil Lukianenko damit eine einzigartige Fantasy-Tetralogie geschaffen hat. “Wächter der Ewigkeit” ist absolut lesenswert. Wenn man die anderen Teile gelesen hat, ist er sowieso ein Muss, ohne die vorangehenden Bände allerdings nicht zu empfehlen. Möglicherweise ist es ja auch gar nicht der endgültige Abschluss der Geschichte über die Wächter. Ich würde mich jedenfalls gerne weiter in den Bann des Zwielichts ziehen lassen! Die von der ersten Seite des ersten Buches beschriebene Spannung bleibt nie auf der Strecke und die immer wieder neu auftretenden Geheimnisse und Hintergrundinformationen über die Leiter der in Moskau liegenden Nacht- und Tag-Wache fesseln den Leser. Die Einblicke in das russische Leben ist aufregend, realistisch und spannend zugleich.
Sergej Lukianenko beschreitet andere Wege, seine Figuren darzustellen: Gut und Böse sind nicht exakt zu bestimmen, da Licht und Schatten einander mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Gerade das machte für mich den Reiz aus und ich habe alle 4 Bände geradezu verschlungen.
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