[Rezension] Dan Wells – Ich bin kein Serienkiller

Originaltitel: I am not a Serial Killer
Verlag: Piper (Juli 2010)
Genre: Thriller
broschiert: 377 Seiten
ISBN: 978-3492701693
Preis: 12,95 €

Kurzbeschreibung: Clayton, eine Kleinstadt im Mittleren Westen der USA: der fünfzehnjährige John will eigentlich ein ganz normaler Teenager sein, die Schule besuchen und Mädchen kennenlernen. Doch er weiß, dass in ihm ein düsteres Geheimnis schlummert. Es ist nicht nur das Interesse an Serienkillern, das sein ganzes Leben bestimmt, nicht nur seine Faszination vom Tod. Es ist die Furcht, dass er eines Tages selbst zum Killer wird. Denn John trägt ein Monster in sich. Und als unerklärliche Morde in der Stadt geschehen, muss er sich nicht nur einem dämonischen Gegner stellen, sondern auch sich selbst.

Der 1. Satz:

Mrs. Anderson war tot.

Meine Meinung: Das heiß diskutierte Werk von Dan Wells ist für mich ein absolutes Highlight. Ich habe es von der ersten bis letzten Minute genossen, die Hauptfigur, den 15 jährigen John Wayne Cleaver, durch die Geschichte zu begleiten. Und so hatte ich diesen Thriller auch schon innerhalb weniger Stunden durchgelesen. Ein absoluter Page-Turner, er in jedem Kapitel mit neuen unerwarteten Wendungen überrascht. Als schließlich klar wird, wer und vor allem was der Serienkiller ist, überschreitet der Thriller die Realitätsgrenze und betritt den Fantasybereich, eine interessante und gelungene Idee, wie ich finde.

Die Story wird in der Ich-Form, aus der Sicht von John erzählt, was hier sehr gelungen ist, denn so ist man ab der ersten Seite mit dem etwas “anderen” Jungen verbunden und erlebt das Geschehene noch intensiver. Wells schreibt hervorragend, zugleich spannend und anspruchsvoll, hat eine interessante Thematik gewählt und erforscht seine Hauptfigur psychologisch, ohne dabei akademisch oder langweilig zu werden.

Meiner Meinung nach ist das Beste am Buch der genial beschriebene Hauptcharakter. John ist nicht der nette Junge von nebenan. Er hat alle Voraussetzungen, ein brutaler Killer zu werden, möchte aber trotzdem ein guter Mensch sein. Er ist ein Soziopath, der Gefühle einfach nicht versteht, meist auch keine zeigt und auch keine hat und trotzdem manchmal regelrecht von ihnen überrollt wird. Aber trotz aller Widersprüche wirkt sein Charakter einfach in sich stimmig. Ich gehe soweit zu behaupten, dass man ihn irgendwie auch verstehen und sich in ihn hineinversetzen kann: John Cleaver wächst einem gleichermaßen ans Herz wie er einen beunruhigt.

Alles in allem ein fesselnder und spannender (Horror)Thriller, der absolut nichts für schwache Gemüter ist und einen Blick hinter die Fassade eines Soziopathen werfen lässt. Schmunzeln musste ich darüber, dass der Autor sowohl am Anfang als auch bei der Danksagung am Ende ausdrücklich darauf hinweist, dass der Roman nicht autobiographisch ist und sich bei seiner Frau bedankt, dass sie ihn nicht verließ nachdem sie das Buch gelesen hat.

Für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanke ich mich bei:


Und die Nachfolger-Bände um  den jungen John Wayne Cleaver sind:


Wells schreibt hervorragend, zugleich spannend und anspruchsvoll, hat eine interessante Thematik gewählt und erforscht seine Hauptfigur psychologisch, ohne dabei akademisch oder langweilig zu werden.

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